Schwimmen verbessern: Kraultechnik für Anfänger
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Schwimmen verbessern: Kraultechnik für Anfänger

Richtig Kraulen lernen – ein Thema, das viele Erwachsene insgeheim beschäftigt. Wenn du bisher nur mit Brustschwimmen durchs Becken gekommen bist, bist du nicht allein. Tatsächlich schwimmen über 60% der Erwachsenen in Deutschland ausschließlich Brust. Hier ändern wir das.

Ich selbst habe mir das Kraulen erst mit 30 beigebracht – und das war eine der besten Sport-Entscheidungen meines Lebens. Ob du für einen Triathlon trainierst, im Urlaub entspannt durchs Meer schwimmen willst oder einfach fitter werden möchtest: Die Kraultechnik zu beherrschen ist ein Game-Changer. Los geht's!

Warum Kraulen besser ist als Brustschwimmen

Bevor wir in die Technik eintauchen, lass mich kurz erklären, warum sich der Umstieg lohnt. Beim Brustschwimmen belastest du bei jedem Beinschlag deine Kniegelenke – vor allem bei unsauberer Technik. Beim Kraulen dagegen bleiben die Gelenke in einer natürlichen Bewegungsachse. Außerdem liegt dein Körper flacher im Wasser, was den Widerstand reduziert.

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Kraul vs. Brust im Vergleich: Ein geübter Kraulschwimmer benötigt für 1.000 Meter etwa 18–22 Minuten, ein Brustschwimmer 25–32 Minuten. Gleichzeitig verbrennst du beim Kraulen rund 500–700 Kalorien pro Stunde – mehr als bei fast jeder anderen Schwimmart.

Die 4 Säulen der Kraultechnik

Gutes Kraulen basiert auf vier Elementen: Wasserlage, Armzug, Beinschlag und Atmung. Jedes einzelne für sich ist nicht schwer – die Kunst liegt darin, alles gleichzeitig zu koordinieren. Deshalb übe zuerst jedes Element isoliert, bevor du alles zusammensetzt.

Gut zu wissen: Wichtig: Aufwärmen ist kein optionaler Schritt. 5-10 Minuten reichen, um Verletzungen deutlich zu reduzieren.

1. Die Wasserlage

Dein Körper sollte möglichst flach und gestreckt im Wasser liegen. Der häufigste Fehler: den Kopf zu hoch heben. Dein Blick geht nach unten auf den Beckenboden, nicht nach vorne. Die Wasserlinie sollte etwa an deiner Stirn verlaufen.

  • Übung „Superman-Gleiten": Stoße dich vom Beckenrand ab, strecke beide Arme nach vorne und gleite so weit wie möglich. Achte darauf, dass Hüfte und Beine nicht absinken.
  • Übung „Kick mit Brett": Halte ein Schwimmbrett vor dir, Gesicht im Wasser, und schlage nur mit den Beinen. Das trainiert die Wasserlage und den Beinschlag gleichzeitig.

2. Der Armzug

Der Armzug besteht aus drei Phasen: Eintauchen, Zugphase und Druckphase. Deine Hand taucht schulterbreit vor dir ein – Fingerspitzen zuerst, leicht nach außen gedreht. Dann ziehst du das Wasser unter deinem Körper nach hinten, als würdest du eine große Kugel umfassen. Am Ende drückst du das Wasser an deiner Hüfte vorbei nach hinten raus.

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Phase Beschreibung Häufiger Fehler
Eintauchen Hand schulterbreit, Fingerspitzen zuerst Hand klatscht flach aufs Wasser
Zugphase Ellbogen hoch, Hand zieht unter Körper Arm bleibt gestreckt (kein Vortrieb)
Druckphase Hand drückt Wasser an Hüfte vorbei Zu frühes Rausheben des Arms
Überwasser-Rückführung Ellbogen hoch, Hand entspannt nach vorne Arm schwingt seitlich statt über Wasser
Mein Tipp: Filme dich beim Schwimmen mit einer wasserdichten Handykamera oder bitte jemanden, dich vom Beckenrand aus aufzunehmen. Du wirst erstaunt sein, wie anders die Bewegung aussieht, als sie sich anfühlt!

3. Der Beinschlag

Der Beinschlag beim Kraulen kommt aus der Hüfte, nicht aus dem Knie. Die Bewegung ist locker, peitschenartig und mit leicht gestreckten Fußspitzen. Die Füße sollten nur knapp unter der Wasseroberfläche schlagen – große Spritzer bedeuten verschwendete Energie.

Als Faustregel: Auf jeden Armzyklus (links + rechts) kommen 2, 4 oder 6 Beinschläge. Für Langstrecken empfehle ich den 2er-Beinschlag – das spart Energie. Für Sprints nimmst du den 6er-Beinschlag.

Achtung: Steife Fußgelenke sind der größte Bremsklotz beim Kraulen. Dehne deine Sprünggelenke regelmäßig – setz dich dafür auf deine Fersen und lehne dich vorsichtig zurück.

4. Die Atmung

Die Atmung ist für die meisten Anfänger die größte Hürde. Das Prinzip: Du atmest unter Wasser durch Nase und Mund gleichmäßig aus und drehst den Kopf zum Einatmen zur Seite. Wichtig: Der Kopf dreht sich mit der Körperrotation – du hebst ihn nicht an!

  • Rhythmus: Alle 3 Züge atmen (Wechselatmung) ist ideal. Anfänger können mit allen 2 Zügen starten.
  • Übung: Stehe im flachen Wasser, beuge dich vor, Gesicht im Wasser. Atme aus, drehe den Kopf, atme ein. Wiederhole 20-mal pro Seite.
  • Fehler: Luft anhalten unter Wasser – das führt zu Panik und Sauerstoffmangel.

Dein 4-Wochen-Trainingsplan

Woche Fokus Trainingseinheiten Ziel-Distanz
Woche 1 Wasserlage & Beinschlag 3 x 30 Min 400 m (mit Brett)
Woche 2 Armzug & Koordination 3 x 35 Min 600 m (Einarmkraul)
Woche 3 Atmung & Gesamtbewegung 3 x 40 Min 800 m (Kraul)
Woche 4 Ausdauer & Tempo 3 x 45 Min 1.000 m nonstop

Ausrüstung und Kosten

Ausrüstung Preisspanne Empfehlung
Schwimmbrille 15–40 € Arena Cobra Ultra oder Speedo Biofuse
Badehose / Badeanzug 25–60 € Eng anliegend, Chlor-resistent
Schwimmbrett 10–20 € Standard-Kickboard aus Schaumstoff
Pull Buoy 10–15 € Isoliert den Armzug zum Üben
Schwimmkurs (optional) 80–200 € 6–10 Stunden Kraul-Kurs
Budget-Überblick: Für den Einstieg brauchst du nur Schwimmbrille und Badeanzug – das kostet zusammen etwa 40–80 €. Ein Schwimmbad-Monatsticket liegt bei 30–60 € je nach Stadt. Damit ist Schwimmen einer der günstigsten Sportarten überhaupt.

Was du mitnehmen solltest

Kraulen lernen ist kein Hexenwerk, aber es braucht Geduld und regelmäßiges Üben. Die ersten Bahnen werden sich komisch anfühlen – das ist völlig normal. Nach 3–4 Wochen wirst du merken, wie sich alles zusammenfügt: Der Armzug wird flüssiger, die Atmung entspannter und plötzlich gleitest du fast mühelos durchs Wasser.

Tipp: Höre auf deinen Körper: Muskelkater ist normal, Schmerz nicht. Lerne den Unterschied früh kennen.

Mein Rat: Geh 3-mal pro Woche ins Schwimmbad, übe die Technikübungen isoliert und steigere die Distanz langsam. Wenn du nach 4 Wochen 1.000 Meter am Stück kraulen kannst, hast du eine Grundlage, auf der du alles aufbauen kannst – ob Triathlon, Freiwasserschwimmen oder einfach entspanntes Bahnenziehen. Dein Körper wird es dir danken!

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